Ich weiß, dass ich nichts weiß
Mein Kopf ist nach dem educamp in Ilmenau wieder abgeschwollen und es wird Zeit für ein Fazit.
Die Orga war super, hab mich sehr willkommen gefühlt und es gab bei der Pflicht keine Patzer. Bei der Kür gabs nen sehr leckeren Kaffee und viele Sessions wurden live gestreamt und können jetzt bei http://www.mogulus.com/educamptv angeschaut werden, leider aber nicht alle.
Ansonsten waren die Teilnehmer sehr spannend. Ich musste erst mal feststellen das ich eigentlich garnicht so richtig in den etablierten Bildungssektor reinpasse bzw. wie ich dann später merkte, dies auch viele Vorteile hatte. Durch meinen Weg Realschule, Fachabi Gestaltung und jetzt Medien-Design Diplom kam ich nie mit den formalen Regeln der Wissenschaft in Berührung. Ich weiß auch jetzt noch nicht genau wie diese Regeln lauten, habe aber zumindest mal einen Einblick in das System bekommen. Die vielen Geschichten über die Machtkämpfe um Titel und Autorität machen aber auch keine Lust tiefer darein einzusteigen. Ich habe auch meine Erfahrungen von Peng und dem Studiengang Medien-Design eingebracht und weil das Thema EduPunk auch ein Motto der Veranstaltung war, wurde das mehrfach als Beispiel dafür bezeichnet. Dass wir einen externen Blog für die interne Kommunikation haben und uns selber um Workshops kümmern reicht also schon aus um Punk zu sein. Wenn ich jetzt aber genauer darüber nachdenke ist jeder Teilnehmer ein EduPunk, schon alleine weil sich jeder eine eigene Meinung zu allen Themen bildete und nicht nach Professoren suchte, die ihm sagen was richtig oder flasch ist. Auch das ich teilnehmen durfte ist nach dem “alten Paradigma” schon Punk!
Allgemein habe ich mich bei meiner Sessionauswahl mit der Struktur des Wissenssektor beschäftigt und so einen ersten Einblick bekommen. Ich glaube es ist der falsche Ansatz die Hochschulen ändern zu wollen. Eigeninitiative und öffentliche Veröffentlichung sind das Mittel der Wahl. Wenn erst mal genug freies Wissen verfügbar ist, müssen die Universitäten von sich heraus darauf reagieren, wenn sie nicht den Rückhalt der Wirtschaft und der Bevölkerung verlieren wollen. Es geht nicht darum die alten Mauern einzureißen, es reicht wenn die Hochschulen von sich aus die Tore öffnen, damit das Wissen sich ungehindert rein und raus bewegen kann.
In keinem Bereich lässt sich ohne zu betrügen so viel Rendite erzielen wie bei der Bildung. Die Werkzeuge und viele Grundlagen sind schon frei zugänglich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich immer mehr freie oder wirtschaftliche Initiativen Anteile an diesen Potenzialen sichern.
Trotz aller Punkatitüden werde ich mich jetzt aber erst mal um mein Diplom-Kolloquium kümmern.
An alle Educamper, vielen Dank für das Event, ich würde mich freuen, wenn ihr bei den Kommentaren ein paar Links zu den BildungsInitiativen hinterlassen würdet.

