Über mein Diplom
Themenstellung: “Corporate Identity für ein Freelancer Kollektiv”
Betreuender Professor: Harald Pulch
Beschreibung:
Durch meine Arbeit als Studentenvertreter (Fachschaftsrat, Ausschuß für Studium und Lehre, Technikausschuß, Fachbereichsrat und Senat) konnte ich beobachten, dass viele Schwächen der Lehre auf tiefgreifenden Problemen im gesamten Bildungssystem zurück zu führen sind. Auf der anderen Seite sah ich aber auch wie viel Energie Studenten in ihre Arbeiten stecken und es viele schaffen sich neben dem Hochschulsystem eigenständig das nötige Wissen anzueignen. Auch meine Mitarbeit bei Peng hat mir gezeigt wie viel man erreichen kann, wenn man sich vom staatlichen Ballast unabhängig macht.
Aber auch die Arbeitsmarkt Realität ging nicht spurlos an mir vorrüber. Nachdem ich nach 3 Jahren Ausbildung und 2 Jahren Studium nicht gut genug war, um einen Top-Praktikumsplatz zu finden, habe ich mir Gedanken über meine Zukunft gemacht und geschaut was ich falsch mache. Ich habe angefangen die Grundlagen zu lernen, (die Besten Quellen werde ich mal in ner Liste aufführen) und begann mich intensiv mit einigen Themen auseinander zu setzen. Ich lernte endlich mein Handwerk. Dabei kam ich immer wieder auf die Internetseite hackermovies.de und dort fiel mir besonders der User: Steffen ins Auge, der für die meisten großartigen Artikel und Antworten verantwortlich war. Erst ein Jahr später meldete ich mich dort an, weil ich nun genug konnte. Ich hatte mir durch viele Tests und Recherche ein Expertenwissen über HD angeeignet. Und als mich Steffen dann fragte ob ich Bock habe ihn bei einem Projekt zu helfen, war ich Feuer und Flamme. Für mich war dies ein Ritterschlag. Dabei ist mir bei meiner Selbstbeobachtung etwas sehr wichtiges für mein weiteres Leben aufgefallen. Im Gegensatz zu meinen Lehrern und meinen Professoren hatte ich zum ersten mal richtigen Respekt. Nicht aus Angst oder weil es gesellschaftlich erwartet wurde, sondern weil ich ihn auf Grund seines Wissens und dafür dass er es teilt, bewunderte. Ausserdem war ich extrem stolz, dass ich etwas gut konnte und war froh ihm einen Teil des Wissenskredits zurück zahlen konnte. (Mittlerweile habe ich in “die Ökonomie der Aufmerksamkeit” auch nachgelesen, warum ich das so empfand.) Auch wenn ich glaube, dass sich Steffen dieser Zusammenhänge nicht bewusst war, habe ich das Konzept kopiert, weil es so einleuchtend war. Ich begann Workshops zu veranstalten und teilte mein Wissen. Auch wenn mir immer wieder eingetrichtert wurde, dass mir dadurch andere die Jobs wegnehmen werden, habe ich eine andere Erfahrung gemacht. Durch meine Hilfe waren die Leute in der Lage bessere Jobs als vorher zu machen und bekamen neue Chancen. Und wenn Ihnen der Job zu groß wurde oder sie Hilfe brauchten riefen sie wieder an. Dadurch habe ich mich mit viel mehr Problemen auseinander gesetzt, als ich das alleine jemals könnte und konnte mich durch dieses breite Wissen als Freelancer etablieren. (mehr Details bei Xing)
In allen Bereichen ist mir auch eine zwar weithin bekannte aber bisher noch nicht kultivierte Eigenheit unserer Branche aufgefallen. Die meisten Jobs werden über “kennst du noch wen” vergeben. Der Grund dafür könnte sein, dass wir uns jeden Tag mit Werbung und Kommunikation auseinandersetzen und uns bewusst ist, wie man Scheiße zu Gold macht. Deshalb zählen bei uns soziale Strukturen, trotz der Härte des Buisiness, mehr als in anderen Bereichen.
Ziel meines Diploms ist es auf Grundlage dieser Erfahrungen ein Freelancer Kollektiv zu gründen. Da die CI in meinen Augen die DNA des Kollektivs ist (und weil es als Gestaltungsthema anerkannt wurde) konzentriere ich mich darauf. Dabei stelle ich das Corporate Design erst mal hinten an.